Dinge, mit denen du sterben kannst

Ich habe einen Freund verloren,
einen unersetzlichen Freund. Er war Priester
und starb mit einundvierzig Jahren.
Seit sieben Jahren war er ein zum Tod Verurteilter.
Bewußt hat er den langsamen körperlichen Verfall erlitten,
mit ungewöhnlicher Willenskraft alles angenommen.
Es mag unglaublich klingen, aber er war
als Mensch und als Priester tief glücklich.
Er hat mit seinen einundvierzig Jahren
vielleicht mehr gelebt als andere mit achtzig.

Er liebte leidenschaftlich das Leben, die Menschen,
aber spürte auch sehr stark, wie relativ die Dinge sind.
Wenn er sah, wie sich Menschen wegen Kleinigkeiten
ereifern und abhetzen, konnte er sich amüsieren.
Unwillkürlich dachte er an ein Kasperletheater. Er sagte:
»Das Haus, das du in der Welt baust, ist eine Illusion.
Nur die Dinge, mit denen du sterben kannst, sind es wert,
damit auch zu leben, und so viele sind das nicht.«

Für ihn waren das: ein tiefes Vertrauen auf Gott
und eine herzliche Freundschaft mit den Menschen.
Er brachte es fertig, auch in den dunkelsten Stunden
»Ja« zu Jesus, dem auferstandenen Herrn, zu sagen,
So konnte er überschwenglich schreiben: »Ich bin
der glücklichste Mensch des zwanzigsten Jahrhunderts.«
Von ihm können wir viel lernen.