Ein Wagen der Liebe

Dein Leib ist eine wunderbare Gabe.
Mit deinem Leib bist du gegenwärtig: sichtbar, greifbar.
Mit deinen Augen kannst du lachen und weinen.
Mit deinem Kopf kannst du denken, träumen, dich erinnern.
Mit deinem Mund kannst du essen, sprechen und singen.
Mit deinen Händen kannst du streicheln, arbeiten, schreiben.
Mit deinem Herzen kannst du liebhaben, zärtlich sein, trösten.

Dein Leib ist dein Haus auf Erden.
Deine Augen sind deine Fenster zur Welt.
Du bist mehr als dein Leib, aber du kannst ihn nicht entbehren.
Du mußt gut für ihn sorgen und ihn nicht verwöhnen.
Laß dir keine sinnlose Bequemlichkeit aufdrängen,
bis du am Ende Füße nur noch für das Gaspedal hast
und Hände nur noch für elektronische Tasten und Knöpfe.

Der Leib ist ein Wagen der Liebe.
Ein gutes Wort ist möglich, weil du einen Mund hast.
Eine sanfte Gebärde, weil du Hände hast.
Ein liebevoller Blick, weil du Augen hast.
Dein Leib ist Träger der Zärtlichkeit. Dein Leib braucht Wärme.
Liegt er zu lange im Eisschrank, dann wird er starr und kalt.
Dann wird er zu einer Eß- und Arbeits- und Schlafmaschine.
Das pulsierende Leben stirbt ab.
Die Verbindungen zu anderen hören auf,
und der Mensch fällt tot auf sein eigenes Ich zurück.