Mit Augen, die geweint haben

Früher oder später stößt du gegen den elenden Querbalken,
der dein Leben zu einem Kreuz macht. Du wirst krank.
Du verlierst deine Arbeit. Du verunglückst. Du wirst betrogen.
Ein geliebter Mensch stirbt. Du wirst alt. Du kannst nicht mehr.
Der Querbalken kann alle Formen und Ausmaße annehmen.
Alles ging so gut. Und plötzlich: der schreckliche Querbalken.
Er kann dir soviel Schmerzen bereiten, daß du -
enttäuscht, entmutigt, verzweifelt - tot sein möchtest.

Das Kreuz ist eine Realität in jedem Menschenleben.
Aber immer weniger Menschen werden damit fertig.
Sie akzeptieren es nicht mehr, sie halten es nicht mehr aus.
Doch du hast keine Wahl. Entweder du trägst dein Kreuz,
oder das Kreuz wird dich erdrücken.
Aber du kannst es nur tragen, wenn du Sinn
und Aufgabe des Kreuzes verstehen lernst.

Das Kreuz bringt dich zurück zu deiner Wahrheit,
zu dem wahren Maß eines armen, schwachen,
verletzlichen, kleinen Menschenkindes.
Es ist wie eine Antenne,
womit du eine Botschaft von Gott empfangen kannst.
Schau auf das Kreuz des Karfreitags.
Es wird dich nicht von deinem Leid befreien,
aber es wird dich erlösen von der Sinnlosigkeit des Leidens.
Alles wirst du anders und viel besser sehen
mit Augen, die geweint haben.