Die einzige Antwort
Wenn du ein denkender Mensch bist, kommt irgendwann
der Augenblick, wo du im Leben Antwort aufprägen suchst,
die in der Öffentlichkeit meistens nicht gestellt werden,
aus Angst, daß es keine Antwort daraufgehen könnte.
Du gibst dich dann nicht mehr zufrieden mit schönen Theorien,
wie Wissenschaft und Philosophie sie anbieten.
Du empörst dich im tiefsten Innern gegen Leiden und Tod.
Nicht gegen Leiden und Tod im allgemeinen,
sondern gegen das manchmal unmenschliche Leiden,
das einen konkreten Mitmenschen zugrunde richtet,
den du kennst und liebst. Damit kannst du dich nicht abfinden.
Es muß eine Antwort geben. Aber die kann nur befriedigen,
wenn sie tief genug ist, um alle Menschen zu umfassen.
Sie muß dem Leben eines Rollstuhlfahrers Sinn geben,
dem Leben eines Behinderten, eines unheilbar Kranken,
dem Leben einer Mutter mit einem schwerbehinderten Kind,
dem Leben eines Greisen, der nichts mehr zu erwarten hat.
So eine Antwort finde ich in keiner Philosophie und Ideologie.
Wenn das Absurde von Leiden und Tod das Blut
in meinen Adern stocken läßt, ist für mich die einzige Antwort:
Gott. Er ist das einzige Licht und die einzige Kraft,
die das Blut in meinen Adern wieder strömen läßt.
Alles, was ich sagen kann, heißt: Gott. Er ist Liebe.
Und es lohnt sich, ihm zu begegnen oder wenigstens
sich auf den Weg zu ihm zu machen.