Ein Löffel Honig

Als ich heute morgen einen Löffel Honig in den Mund steckte,
stutzte ich plötzlich und fragte mich:
Wie viele Flugstunden von wie vielen Bienen
stecken in so einem Löffel Honig?
Ich fühlte Freude und Dankbarkeit, denn Honig mag ich gern.
Da hat einer Bienen auf den Weg geschickt,
Blumen für die Bienen blühen und die Sonne scheinen lassen,
denn bei Regen fliegen die Bienen nicht.
Da hat einer die Bienen gebeten, gratis zu arbeiten,
und den Blumen eingegeben, gratis zu blühen.
Da muß mich einer sehr gern haben, um das alles zu organisieren
für einen Löffel herrlichen goldgelben Honig am Morgen.
Da wurde irgendwie eine ganz intensive Liebe eingebaut.
Und es bedrückt mich, daß wir daran so wenig denken.
Mir wird plötzlich bewußt, wie oberflächlich und abgestumpft
wir in unserem hochtechnisierten Lebensmilieu geworden sind.

Wir leben unter Wundern und wundern uns nicht mehr.
Wir haben Geld, aber Wunder kann man nicht kaufen.
So wie du dir mit Geld zwar einen Hund kaufen,
aber niemals das fröhliche Wedeln seines Schwanzes.
Verstehst du das? Vielleicht verstehst du nichts davon.
Du mußt mit den Bäumen sprechen. Sie sind gastfreundlich.
Sie geben Schatten und lassen Vögel in ihren Zweigen wohnen.
Und höre auf die Blumen. Sie erzählen dir von den Bienen.
Eine wunderbare Geschichte, so einfach und schön.
Mit einem Löffel Honig in der Hand kannst du glücklich sein
und voller Freude Gott danken für die ganze Schöpfung.