Wege zum Herzen
Wir können Raketen auf ferne Planeten schicken.
Satelliten übertragen blitzschnell Nachrichten
von einem Ende der Erde zum anderen.
Aber wir finden immer schwerer Wege
zum Geist und zum Herzen derer, die wir lieben.
Die Frau sagt: »Er ist für mich meistens unansprechbar.«
»Ich finde keinen Kontakt mehr zu ihr«, sagt der Mann.
»Ich kann mir den Mund fusselig reden,
aber das Kind hört überhaupt nicht zu«, sagen Eltern.
Wie lange ist es her, daß du mit deinem Mann
oder deiner Frau Arm in Arm spazieren gingst?
Kannst du dich noch aufs Spiel der Kinder einlassen?
Ein Händedruck, ein Streicheln, eine leise Berührung,
und schon entsteht eine Atmosphäre der Zuwendung
und der Zuneigung, die tiefer geht als Worte.
Nähe, Kontakt, Zärtlichkeit sind Dinge,
die oftmals gerade jene Menschen entbehren müssen,
die es am meisten brauchen: Kranke, Einsame, Leidende.
Eine liebevolle Berührung wirkt manchmal mehr
als ein ganzer Wasserfall von schönen Worten.
Aber sieh zu, daß aus dem Berühren
kein vereinnahmendes Habenwollen wird.
Hab gern, aber nicht mit Händen, um zu besitzen,
sondern mit dem Herzen, um zu geben.