Die Dummen und die wirklich Dummen
Wenn du eine Gemeinschaft aufbauen willst,
ganz gleich, ob eine Ehe, eine Familie, eine Gruppe,
dann muß »Liebe« das Fundament sein. Das weiß jeder.
Jeder gibt dir recht, wenn du sagst: Auf die Liebe kommt es an,
und ohne Liebe ist das Leben nicht möglich.
Und doch herrscht in vielen Ehen, Familien, Gemeinschaften,
Interessengruppen so viel Zank und Streit und Spannung.
Auslöser sind, oberflächlich gesehen, meistens Kleinigkeiten:
Mißverständnisse, unglückliche Worte, ein dummes Verhalten.
Schon ist die Atmosphäre vergiftet, die Begeisterung verflogen.
Der tiefere Grund für das Dahinsiechen und Zerbrechen
von vielen, einst begeistert begonnenen Gemeinschaften
ist nichts anderes als eingefleischte Eigensinnigkeit.
Liebe fängt damit an, das eigene Habenwollen und Geltenwollen
immer mehr zu verlassen, um immer mehr für andere da zu sein.
Wenn du mit solcher Liebe in einer Gruppe allein stehst,
wirst du als der Dumme angesehen und auch so behandelt.
Man nützt dich aus. Aber halte durch, bis es zwei oder mehr sind,
die so leben wollen. Und dann geschieht ein Wunder.
Dann wird mit der Zeit das Zusammensein ein Fest.
Dann sind nicht mehr diejenigen, die lieben, die Dummen,
sondern jene, die nur kritisieren oder beleidigt schweigen,
weil sie Übergängen wurden oder ihren Willen nicht bekamen.
Raffgier und Arroganz sind die Gegenpole der Liebe.
Die wirklich Dummen sind jene, die nicht leben können,
weil sie nicht imstande sind zu lieben.