Unbequemes Christentum

Wir sind umgeben von Gier und Gewalt,
vom Mangel an Sinn, Hoffnung und Mut.
Auf den Weltmärkten werden die armen Länder
nach wie vor durch die reichen Länder ausgeplündert.
Fernsehen und Presse quellen über
von Mord, Verbrechen und Skandalen.

Wir nennen uns Menschen mit Bildung und Kultur,
vielleicht sogar Christen, aber wir träumen
von einem Christentum ohne das unbequeme Kreuz.
Für Anstrengung, Opfer und Verzicht haben wir nichts übrig.
Wir lieben ein Christentum im sanften Sessel,
mit einem warmen Bett, mit reich gedecktem Tisch
und schön klingenden modernen Worten,
die unseren verkappten Egoismus verschleiern.

Ich traf in den Slums von Paris einen Priester,
der unter den Armen lebte. Er sagte:
»Wir kennen in der Geschichte
Zeiten des Verstandes und Zeiten des Gefühls,
heroische und romantische Zeiten.
Heute triumphieren die Instinkte:
Gewalt, Gier, Konsum, Sex.«

In eriner solchen Zeit voll Verwirrung, Triebhaftigkeit,
Sinnlosigkeit und Leere wollen wir umkehren,
hin zu einem einfachen, nüchternen Leben
voller Hoffnung, Selbstbeherrschung, Hilfsbereitschaft.