Loslassen und Hingeben

Ich weiß, das Leid der Menschen läßt sich nicht mit ein paar
schönen Worten in Luft auflösen. Doch manchmal frage ich mich:
Was bringt's, wenn sich ein Mensch in sein Elend verkriecht,
unerreichbar fern für seine Mitmenschen? Versuche jeden Tag,
das Leben und die Menschen aufs neue gern zu haben.
Fällt dir das zu schwer, dann nimm wenigstens jeden Morgen
allen Mut zusammen, und schau alles etwas leichter an.

Menschen sind keine Engel, die dich auf Flügeln tragen.
Das Leben mit seinen Schicksalsschlägen, Krankheiten,
Enttäuschungen und Mißerfolgen kann eine sehr schwere Last sein.
Aber wenn du alle Register ziehst und ohne Ende klagst,
wird alles nur noch schlimmer. Mit schwarzen Gedanken
braut sich nur neues Unheil über deinem Kopf zusammen.
Das einzige Heilmittel ist loslassen, hingeben.
Sich in Liebe hingeben für das Leben, für die Menschen.

Heute leben! Die Vergangenheit zumachen.
Daran kannst du doch nichts mehr ändern.
Nur für die schönen Erinnerungen halte ein Fenster offen.
Und die Zukunft? Mach dir nicht zu viele Sorgen.
Denk daran, was du heute in Händen hast:
die Sonne und das Licht; Blumen, die blühen;
Essen und Trinken; ein Kind, das dich anlacht.
Wenn du nur glauben kannst,
daß hinter dem dichten, geheimnisvollen Vorhang
von Not und Elend ein Vater steht, der dich gern hat!
Wenn du dich ihm nur anvertrauen kannst!