Recht auf Leben

Das Recht des Menschen, das an allererster Stelle steht
und das am allerwenigsten angetastet werden darf,
ist das Recht auf Leben. Dafür ist jeder einzelne
und sind wir alle zusammen voll verantwortlich.
Bevor über Abtreibung gesprochen wird,
muß dieses Recht absolut sicher feststehen.
»Recht auf Abtreibung« ist eine schreckliche Parole.
Man demonstriert gegen Krieg und Gewalt,
aber legalisiert Gewalt im Mutterschoß. Was für Heuchelei!

Bei allem Respekt vor wirklich dramatischen Notlagen,
die viel Verständnis und tatkräftige Hilfe erfordern,
frage ich mich, warum so eisern über das geschwiegen wird,
was der Konfliktsituation vorausging.
Kann man über die Verantwortung der Menschen
für ihre sexuellen Beziehungen nicht vernünftig reden?
Oder ist das zartbesaiteten Egoisten nicht zuzumuten?
Männer trifft hier oft größere Schuld als Frauen.
Wer als Gentleman auftritt, ist in Wirklichkeit ein Barbar,
wenn er Frauen als Lustobjekte ansieht und mißbraucht.

Bei allem, was mit dem Problem Abtreibung zusammenhängt,
vermisse ich am meisten das Wörtchen »Liebe« oder »Sorge«:
sorgende Liebe zu allem, was schwach und machtlos ist.
Wenn alle Dämme gegen die Urgewalten des Egoismus brechen,
wenn ein Mensch nicht mehr im Mutterschoß sicher ist,
wo ist er dann in dieser Welt noch sicher?