Sanftmut hat ein grosses Herz
Wir gehen manchmal so unbarmherzig miteinander um.
Oft ist unsere Sprache voll Drohung und Gewalt.
Wir sind empört, wir protestieren, wir kämpfen - und für was?
Wir sagen: für Solidarität, für mehr Menschlichkeit.
Und gleichzeitig benehmen wir uns unmenschlich,
weil unser Verhalten allen menschlichen Respekt verliert.
Wir glauben noch immer an die Macht des Stärkeren.
Wir fühlen uns immer im Recht, verlangen es um jeden Preis.
Unser menschliches Mitgefühl ist verkümmert und verkrüppelt.
Wer um die eigenen Fehler und Empfindlichkeiten weiß,
vermag die Schwächen anderer leichter zu ertragen.
So wächst Verständnis, Versöhnlichkeit, Sympathie.
Sanft und tolerant wirst du, wenn du weißt,
wie zerbrechlich alle Dinge und wie einsam die Menschen sind.
Sanftmut hat ein großes Herz: Alles geht ihr zu Herzen,
von allem wird sie ergriffen, alles nimmt sie in ihre Arme.
Denk an die vielen Menschen auch in deiner Umgebung,
die durch Krankheit, Armut, Unglück
langsam aus dem Leben abgeschoben werden.
Sie hungern nach einem Lächeln, warten auf ein gutes Wort,
sehnen sich nach Miteinander, nach Freundschaft.
Denk an die Behinderten, die Pflegebedürftigen,
die selten oder nie eine warme Hand spüren
und die in ihrer Einsamkeit begraben sind.
Zieh Mitgefühl und Sanftmut an für alle Menschen,
die um dich sind, und laß keinen stehen in der Kälte.