Frei, um geniessen zu können

Um leben zu können, mußt du vor allem genießen können.
Ruhig genießen können. Damit meine ich nicht
die verhängnisvolle, manchmal krankhafte Genußsucht,
von der so viele Menschen besessen sind
und die so viele Menschen ins Unglück stürzt.
Die Gier nach allen möglichen und unmöglichen Dingen,
mit denen die Uberflußgesellschaft dich ködert,
reißt dich in einen Strudel animalischer Instinkte,
aus dem es nur schwer ein Entrinnen gibt.

Um leben zu können, mußt du genießen können.
Um genießen zu können, mußt du frei sein,
frei von aller Jagd nach Besitz, frei von aller Gier,
frei von Haß und Neid, frei von aller Leidenschaft,
die dich innerlich spaltet und zerreißt.
Um genießen zu können, brauchst du eine gesunde Harmonie
zwischen deinen Gefühlen, deinen Vorstellungen
und deinem Verhältnis zu Menschen und Dingen.

Wenn du genießen kannst, kannst du lachen und fröhlich sein.
Dann bist du dankbar, daß jeden Morgen die Sonne aufgeht.
Dann bist du selig, weil das Bett weich, deine Wohnung warm ist.
Dann triffst du freundliche Menschen.
Dann kommt die Freundschaft Gottes auf dich zu
in jedem Lächeln, in jeder Blume, in jedem guten Wort,
in jedem warmen Händedruck, in jeder Umarmung.
Wenn du die kleinen Dinge ruhig genießen kannst,
wohnst du in einem Garten voller Seligkeit.