Sei niemals Hart
Sei sanft! Du weißt, wie klein, wie arm, wie einsam
die Menschen sind, wie zart und zerbrechlich.
Du weißt, daß es Tränen gibt, und keiner kann trösten.
Du weißt, daß es kaum eine größere Traurigkeit gibt
als in einem Herzen, das sich von keinem verstanden fühlt.
Du weißt, daß das Leben für manche Menschen
eine unerträgliche Qual ist. Sei sanft!
Tu dein Bestes, um Menschen zu verstehen,
um ihnen zu helfen. Tritt ein in ihr Leid, in ihre Verlassenheit.
Steig herab vom Hügel deiner Selbstzufriedenheit,
geh ins Tal zu den Menschen, die allein sind, die leiden,
zu den Menschen ohne Schutz und ohne Geborgenheit.
Sei niemals hart, auch nicht in deinem Urteil.
Sei sanft! Suche in ihren vielleicht unsinnigen Begierden
ein unerhörtes Heimweh nach Glück wahrzunehmen.
Dann wirst du selbst glücklich werden.
Dann kommen in deine eigene Einsamkeit und Schwäche
wunderbare Augenblicke, die dich herausreißen
aus dem müden Trott des altäglichen Lebens.
Habe ein schwaches Herz, das mitzuleiden vermag,
aber auch ein großes, weites Herz,
mit dem du alle Menschen in deine Arme schlleßt.
Sei sanft! In der Sanftmut liegt ein unendlicher Trost
für alle Menschen, die unter der Kälte unseres herzlosen,
seelenlosen Zusammenlebens leiden.